„CDU im Dialog“ zum 125. Mal: Ärztliche Versorgung im Fokus
Bereits zum 125. Mal hat die CDU-Kreistagsfraktion Rhein-Lahn zur Veranstaltungsreihe „CDU im Dialog“ eingeladen – dieses Mal im voll besetzten „Goldenen Schlüssel“ in der Rosenstadt Braubach. Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Jens Güllering, begrüßte – auch im Namen seiner Stellvertreter Günter Groß und Oliver Krügel – zahlreiche Gäste und zeigte sich erfreut über das große Interesse an der Veranstaltung. Neben einigen Kreistagsmitgliedern und Mandatsträgern vor Ort war auch der erste Kreisbeigeordnete Marcel Willig zugegen.

Im Mittelpunkt des Abends stand die ärztliche Versorgung in der Verbandsgemeinde Loreley. In seinem Grußwort unterstrich Güllering die zentrale Bedeutung wohnortnaher Hausarztpraxen – nicht nur für die Region, sondern für die medizinische Versorgung insgesamt.
Als fachkundige Gesprächspartner standen Dr. Inga Jezek und Dr. Nils Arndt zur Verfügung. Die Gäste nutzten die Gelegenheit intensiv, um Fragen zu stellen und mit den Referenten ins Gespräch zu kommen.
Ein zentrales Thema war der spürbare Rückgang an Hausarztpraxen. Als Ursachen nannten die Ärzte unter anderem deutlich gestiegene Kosten bei gleichzeitig stagnierenden Erlösen, hohe Arbeitsbelastung sowie zunehmenden bürokratischen Druck. Auch veränderte Lebensentwürfe spielten eine Rolle: Viele junge Medizinerinnen und Mediziner strebten eher Teilzeitmodelle an. Zudem nehme die Zeit pro Patient ab, während gleichzeitig Unsicherheiten durch Budgetvorgaben und mögliche Regressforderungen bestünden.
Diskutiert wurde auch die Frage, ob eine Absenkung des Numerus Clausus Abhilfe schaffen könne. Die Referenten betonten, dass ein gutes Abitur allein kein Garant für einen guten Arzt sei. Entscheidend sei vielmehr die insgesamt zu geringe Zahl an Studienplätzen.
Medizinische Versorgungszentren (MVZ) wurden ebenfalls thematisiert. Während diese im fachärztlichen Bereich durchaus sinnvoll sein könnten, sahen die Referenten darin für Hausarztpraxen eher keine nachhaltige Lösung.
Kontrovers diskutiert wurde die telefonische Krankschreibung: Diese könne in bestimmten Fällen sinnvoll sein, werde jedoch auch missbräuchlich genutzt. Auch die Möglichkeiten der Telemedizin wurden angesprochen. Hier äußerten die Referenten Skepsis: Für eine umfassende medizinische Beurteilung sei der persönliche Kontakt mit dem Patienten weiterhin unerlässlich.
Ein weiterer Aspekt war die personelle Situation in den Praxen. Zwar gebe es positive Erfahrungen mit Medizinischen Fachangestellten, deren Einsatz noch ausgebaut werden könne. Insgesamt fehle es jedoch vor allem an Ärztinnen und Ärzten.
Auch die Einweisung in Krankenhäuser wurde angesprochen. Diese erfolge abhängig von den jeweiligen Kapazitäten der Kliniken, was dazu führen könne, dass Patienten nicht immer im nächstgelegenen Krankenhaus aufgenommen würden.
Landtagskandidat Andreas Birtel dankte in seinem Schlusswort den beiden Ärzten für ihre Bereitschaft, Rede und Antwort zu stehen und einen Einblick in die Tätigkeit eines Hausarztes zu geben und versprach, aufgenommene Anregungen in die politische Arbeit einbringen zu wollen.
Die nächste Veranstaltung der Reihe „CDU im Dialog“ findet am 11. Mai in der VG Nastätten statt.
Fotos: Marcel Willig / CDU

Im Mittelpunkt des Abends stand die ärztliche Versorgung in der Verbandsgemeinde Loreley. In seinem Grußwort unterstrich Güllering die zentrale Bedeutung wohnortnaher Hausarztpraxen – nicht nur für die Region, sondern für die medizinische Versorgung insgesamt.
Als fachkundige Gesprächspartner standen Dr. Inga Jezek und Dr. Nils Arndt zur Verfügung. Die Gäste nutzten die Gelegenheit intensiv, um Fragen zu stellen und mit den Referenten ins Gespräch zu kommen.
Ein zentrales Thema war der spürbare Rückgang an Hausarztpraxen. Als Ursachen nannten die Ärzte unter anderem deutlich gestiegene Kosten bei gleichzeitig stagnierenden Erlösen, hohe Arbeitsbelastung sowie zunehmenden bürokratischen Druck. Auch veränderte Lebensentwürfe spielten eine Rolle: Viele junge Medizinerinnen und Mediziner strebten eher Teilzeitmodelle an. Zudem nehme die Zeit pro Patient ab, während gleichzeitig Unsicherheiten durch Budgetvorgaben und mögliche Regressforderungen bestünden.Diskutiert wurde auch die Frage, ob eine Absenkung des Numerus Clausus Abhilfe schaffen könne. Die Referenten betonten, dass ein gutes Abitur allein kein Garant für einen guten Arzt sei. Entscheidend sei vielmehr die insgesamt zu geringe Zahl an Studienplätzen.
Medizinische Versorgungszentren (MVZ) wurden ebenfalls thematisiert. Während diese im fachärztlichen Bereich durchaus sinnvoll sein könnten, sahen die Referenten darin für Hausarztpraxen eher keine nachhaltige Lösung.
Kontrovers diskutiert wurde die telefonische Krankschreibung: Diese könne in bestimmten Fällen sinnvoll sein, werde jedoch auch missbräuchlich genutzt. Auch die Möglichkeiten der Telemedizin wurden angesprochen. Hier äußerten die Referenten Skepsis: Für eine umfassende medizinische Beurteilung sei der persönliche Kontakt mit dem Patienten weiterhin unerlässlich.
Ein weiterer Aspekt war die personelle Situation in den Praxen. Zwar gebe es positive Erfahrungen mit Medizinischen Fachangestellten, deren Einsatz noch ausgebaut werden könne. Insgesamt fehle es jedoch vor allem an Ärztinnen und Ärzten.
Auch die Einweisung in Krankenhäuser wurde angesprochen. Diese erfolge abhängig von den jeweiligen Kapazitäten der Kliniken, was dazu führen könne, dass Patienten nicht immer im nächstgelegenen Krankenhaus aufgenommen würden.
Landtagskandidat Andreas Birtel dankte in seinem Schlusswort den beiden Ärzten für ihre Bereitschaft, Rede und Antwort zu stehen und einen Einblick in die Tätigkeit eines Hausarztes zu geben und versprach, aufgenommene Anregungen in die politische Arbeit einbringen zu wollen.
Die nächste Veranstaltung der Reihe „CDU im Dialog“ findet am 11. Mai in der VG Nastätten statt.
Fotos: Marcel Willig / CDU
